Eine Zerrung: Sollte man nun kühlen oder wärmen?

Von Franziska Eich

Eine Muskelzerrung ist schnell passiert. Doch was sollte man nun tun? Soll man die Zerrung kühlen oder wärmen? Kühlung und Erwärmung können echte Wunder vollbringen. Aber man sollte sie gezielt und gekonnt einsetzen. Verdreht man sich das Knie, sollte man dann kühlen oder wärmen? Hier besprechen wir verschiedene Methoden der Kälte- und Wärmebehandlung einfach und leicht anwendbar.

Was sollte man als Erstes tun, wenn man sich eine Muskelzerrung holt?

Was man auch immer gerade tut, man sollte die Bewegung sofort abbrechen. Dann kann man mit der Behandlung der PECH-Regel folgen:

  • P wie Pause: man sollte die betroffene Muskelpartie sofort schonen und nicht mehr belasten.

  • E wie Eis: Im ersten Moment sollte man mit Eis kühlen. Das sollte die Schwellung und den Schmerz verringern.

  • C wie Compression (Deutsch: Kompression): Mit einem Verband kann man eine Kompression erreichen. Dadurch verringert sich die Schwellung.

  • H wie Hochlagern: es hilft der Verletzung, wenn die betroffene Körperpartie hochgelagert wird.

Hilft eine Kältebehandlung gegen eine Zerrung?

Hat man eine Zerrung, zum Beispiel eine Schulterzerrung, soll man kühlen oder wärmen? Zuerst ist kühlen angesagt.

1.Was bewirkt die Kälte?

Durch die Kälte werden alle Abläufe an der gekühlten Stelle verlangsamt. Das heißt, die Durchblutung wird verschlechtert, was einen Bluterguss vermindern kann. Der Austritt von Flüssigkeit wird verlangsamt, was einer Schwellung entgegenwirkt. Und die Nervenleitung wird verlangsamt, was weniger Schmerzen bedeutet.

2.Wann wirkt Kälte?

  • Kälte sollte eine der ersten Sofortmaßnahmen bei Sportverletzungen wie Zerrungen sein. Je schneller man kühlt, desto besser. Chronische Krankheiten wie Rheuma oder Migräne lassen sich aber auch mit Kälte behandeln.

  • Man sollte jedoch nicht zu lange am Stück kühlen, sondern maximal 5–10 Minuten mit moderater Kälte lokal kühlen.

  • Die Kälte erreicht die Haut, das Gewebe direkt unter der Haut, Muskeln sowie Gelenke.

3.Welche Methoden zur Kühlung gibt es?

  • Kältesprays : vor allem im professionellen Sport werden Kältesprays benutzt. Sie sind ideal, um den Schmerz schnell zu stillen. Diese Sprays heilen die Verletzung aber nicht.

  • Eispackungen, Cold Packs und Kaltkompressen : Sie können ideal zu Hause angewendet werden. Eispackungen macht man aus Eis und Tüchern, Cold Packs kann man kaufen und zu Hause lagern. Man sollte Kälte nie direkt auf der Haut anwenden.

  • Kältekammer : Sie sollte nur unter ärztlicher Begleitung angewendet werden. Die Kältekammer ist etwa minus 100 Grad Celsius kalt. Man trägt Badekleidung, sowie Kappe, Handschuhe, Schuhe und Mundschutz und läuft so in der Kammer für circa 3 Minuten herum. Diese Behandlung hilft vor allem bei systemischen Erkrankungen. So zum Beispiel bei Migräne, Psoriasis oder Fibromyalgie.

  • Eistauchbad : Es bietet sich zur Behandlung von chronischen Krankheiten an. Man taucht die betroffene Stelle, zum Beispiel ein schmerzendes Gelenk, ins Bad ein. Man sollte das Eistauchbad maximal 10 Minuten und nur unter ärztlicher Aufsicht benutzen.

Hilft eine Wärmebehandlung gegen eine Zerrung?

Nach der initialen Kältebehandlung sollte man auf eine Wärmebehandlung umstellen. Denn sobald die Heilung eingesetzt hat, hilft Wärme.

1.Wie wirkt Wärme?

Wärme beschleunigt die funktionalen Vorgänge an der betroffenen Stelle, zum Beispiel das Abtransportieren von Abfallprodukten oder Blutergüssen, und unterstützt so die Heilung.

2.Wann wirkt die Wärme?

  • Wärme kann entweder als Ganzkörperbehandlung in Form von Bädern oder lokal in Form von Packungen, zum Beispiel als Fangopackung, angewendet werden. Wärme ist hilfreich bei Abnutzungserscheinungen und chronischen Entzündungen.

  • Wie lange sollte Wärme angewendet werden? Je nach Behandlung kann die Dauer zwischen 15 Minuten (für Wickel) und 40 Minuten (bei Bädern) variieren.

  • Wärme kann die Haut, das Bindegewebe und die Muskeln erreichen.

3.Was für Wärmebehandlungen gibt es?

  • Hochfrequenztherapie, Infrarot und Ultraschall : Das Gewebe wird durch elektromagnetische Felder, optische Energie oder Schallwellen erwärmt.

  • Paraffinbad : Es wird zur Behandlung der Gelenke in den Händen angewendet. Man taucht die Hände während 5 Minuten in das 45 Grad Celsius warme Bad. Dann nimmt man die Hände raus und wickelt sie für 20 Minuten in ein Tuch ein.

  • Torf-, Moor-, Fango- und Schlamm-Packung: Diese Packungen sind besonders beliebt, weil sie die Wärme relativ lange, 15 bis 20 Minuten, speichern.

  • Hot Pack und Wärmekompresse: Vorsicht vor Verbrennungen. Man sollte immer ein schützendes Tuch benutzen.

  • Heublumentherapie: Man kann sie als Bad oder als Packung anwenden. Heublumen haben eine beruhigende Wirkung. Die Packung ist circa 40 Grad Celsius warm und eignet sich für Muskeln, Sehnen und Gelenke. Man lässt sie 35 Minuten einwirken.

  • Überwärmungsbad : Es sollte nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Das Bad beginnt mit Körpertemperatur und wird immer wärmer gemacht, bis es 40 Grad Celsius beträgt. Es dauert etwa 35 Minuten und eignet sich gegen Arthritis.

  • Heiße Rolle : Das innerste Tuch wird in heißes Wasser getaucht. Dann kommen mehrere Lagen Tücher um das Innerste herum. Man schiebt die Rolle während 15 bis 20 Minuten über die schmerzende Stelle.

Wie kann man einer Muskelzerrung vorbeugen?

  • Man sollte einen Kaltstart beim Sport vermeiden und sich immer gut aufwärmen.

  • Das eigene Training sollte für Risiken einer Zerrung überprüft werden.

  • Überlastungen sollten vermieden werden. Die meisten Zerrungen passieren nach 30 bis 60 Minuten des Trainings, wenn die Muskeln bereits müde sind.

  • Wenn man verschiedene Muskeln mehr oder weniger trainiert, entstehen Dysbalancen. Diese erhöhen das Risiko für Zerrungen.

Fazit

Zerrungen sind häufig und können mit Kälte und Wärme gut behandelt werden. Kühlung sollte als Sofortmaßnahme ergriffen werden und Wärme sollte während der Heilungsphase angewendet werden.

Mehr lesen